Um den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten zu bieten, in einem geschützten Rahmen ihre Resilienz zu stärken, legte die Schulsozialarbeit Rorschach und Rorschacherberg ihren Fokus auf die Projektarbeit mit Klassen oder Gruppen:
- Training des ‘Inneren Schiedsrichters’ mit den Modulen Schlupsi und Fair Class: Sozial- und Selbstkompetenz, Gefühle, Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung
- Achtsamkeitstraining mit ‘Happy Panda’ und ‘Momento’: Selbstwirksamkeit und Umgang mit eigenen Gefühlen
- Peacemaker/Friedensstifter: gegenseitige Unterstützung in der Konfliktlösung, Eigenverantwortung, Problemlösefähigkeit
- Klassenrat, Schülerrat/Schüler- und Schülerinnenparlament: Partizipation, Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, gemeinsam Regeln aufstellen, aktives Zuhören
- Digitale Medien: ‘Computer, Handy & Co.’ und ‘Digitale Medien und ich’: Eigenverantwortung Selbstwirksamkeit und Problemlösefähigkeiten
- Mein Körper gehört mir: Umgang mit positiven und negativenErfahrungen, Selbstwirksamkeit,
- Respektvoll miteinander sprechen / Giraffensprache: gewaltfreie Kommunikation
- Die Burggemeinschaft: Klassenzusammenhalt, Umgang mit eigenen Gefühlen und mit Gefühlen anderer,
- Amt für Zuversicht – Glücksmomente und Wünsche: Selbstwirksamkeit und Psychische Gesundheit
- Sexualpädagogik: eigene Gefühle, positive Beziehungen, Selbstwirksamkeit
Hervorzuheben ist der Parcours ‘Mein Körper gehört mir’ (Kinderschutz Schweiz), den nach den Herbstferien alle Kinder der 2. – 4. Klassen aus Rorschach und Rorschacherberg in der Aula des Schulhauses Pestalozzi besuchten, zusammen mit ihren Lehrpersonen. Das Ziel der interaktiven Ausstellung war, die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und ihren Abwehrstrategien zu stärken. Anhand von sechs Stationen erfuhren die Mädchen und Jungen spielerisch und in kindgerechter Form Wichtiges über das Thema (sexuelle) Gewalt und Grenzüberschreitungen – ohne dabei verunsichert zu werden. Eine solche altersgemässe Aufklärung, sowie die Information über Handlungsmöglichkeiten und Hilfsangebote erhöhen den Schutz der Kinder vor gewalttätigen und sexuellen Übergriffen durch Erwachsene oder andere Kinder. Die Schüler und Schülerinnen wurden in Kleingruppen von den Mitarbeitenden der Fachstelle Jugend Familie Schule (Schulsozialarbeitende, Jugendarbeitende und Familienberaterin) durch die verschiedenen Stationen geführt.
Nebst den Lehrpersonen und allen Mitarbeitenden der Schule sind die Schulsozialarbeitenden ebenfalls als positive Bezugspersonen der Schülerinnen und Schüler aktiv präsent im Schulraum und pflegen das Prinzip der ‘offenen Tür’.
Auch intern setzten sich die Mitarbeitenden der Fachstelle mit dem Thema Resilienz und Selbstfürsorge auseinander: in kleinen Einheiten im Rahmen der Teamgefässe beim gegenseitigen Lernen einer guten Alltagsgestaltung oder mit Ideen zu kleinen Entlastungmomenten. Im Rahmen der internen Weiterbildung leitete Lukas Wellauer von ‘mutanfall’ den anregenden Workshop ‘Design Your Resilience’. Insgesamt gestärkt wird das Team der FJFS im Jahr 2026 die Arbeit weiterführen unter der neuen Fachstellenleitung mit Roberto Destro, der ebenfalls die Familienberatung und -begleitung übernimmt. Auf Ende 2025 beendete Daniela Eugster infolge ihrer Pensionierung die Tätigkeit für die Fachstelle. Sie verabschiedet sich mit Dank an die internen und externen ‘Arbeitskolleginnen und -kollegen’ sowie die Aufsichtskommission und in Dankbarkeit für das übertragene Vertrauen.
Beratungstätigkeit
Natürlich hatten die Kinder und Jugendlichen in lösungsorientierten Einzel-Beratungsgesprächen die Möglichkeit über persönliche Themen zu sprechen. Auch das Angebot von Gruppen-Gesprächen – oft zur Konfliktlösung – wurde rege genutzt. Die Schulsozialarbeit arbeitet systemisch, deshalb waren Eltern-Kind-Gespräche ein grosser und sehr wichtiger Teil ihrer Arbeit.
Bei den Beratungsthemen der Schulsozialarbeit und der Familienberatung zeigt die statistische Auswertung der Beratungstätigkeit konstant hohe Wert in den Bereichen Konflikte/Beziehungen sowie des Familienlebens und der Erziehung. Fragen zur psychischen und körperlichen Entwicklung und Gesundheit steigen an, ebenso zum Umgang mit Regeln und Disziplinproblemen. Viele Kräfte werden gebunden durch die zunehmende Zahl von schulvermeidendem Verhalten.
Wissensvermittlung und Erziehungsberatung erfolgt auch präventiv: gemeinsam mit der Lehrerschaft erfolgten verschiedene Eltern-Inputs – zum Beispiel im Bereich der Medienkompetenz. Auf verschiedenen Ebenen – in Schulhausteams, mit Eltern, Kinder und Jugendlichen – konnten Interventionen mit der Haltung und den Methoden der Neuen Autorität gestaltet werden. Lehrpersonen, sowie Schulleitungen liessen sich von den Schulsozialarbeitenden beraten, wobei der Fokus auf der Gestaltung von positiven Beziehungen zu den Schülerinnen, Schülern und Eltern lag. Auch in anderen Formen beteiligte sich die Schulsozialarbeit an der Pflege und Weiterentwicklung einer förderlichen Schulhauskultur.
Offene Kinder- und Jugendarbeit
Auch die Offene Kinder- und Jugendarbeit orientiert sich an der Stärkung der Resilienz.
Gemeinsam planen, gemeinsam feiern – Partizipative Angebote: Die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an der Gestaltung von Angeboten ist ein grosses Anliegen. Insgesamt fanden im Kids-Treff und im Jugendtreff zwölf Partys statt, die gemeinsam geplant wurden. Die Beteiligten übernahmen dabei vielfältige Aufgaben wie das Einkaufen, das Erstellen von Flyern oder das Bewerben der Veranstaltungen in der Schule. Diese Partizipation fördert Verantwortungsbewusstsein, Selbstwirksamkeit und wichtige Sozialkompetenzen.
Ein wichtiger Bestandteil der offenen Jugendarbeit ist die präventive Arbeit. Im Kids-Treff wurde ein Präventionsmonat zum Thema Gesundheit durchgeführt. Die Kinder beschäftigten sich mit Bewegung, Entspannung und Ernährung – unter anderem im Rahmen eines Bubble-Soccer-Turniers. Zusätzlich standen die Themen Umwelt, Recycling und Upcycling im Fokus. Auch im Jugendtreff fanden wichtige Präventionsinputs statt. Die Jugendpolizei informierte über Kriminalität und Rechte im Jugendalter. Die Suchtfachstelle unterstützte die Jugendlichen bei der Reflexion ihres eigenen Konsumverhaltens und bot Raum für Fragen und Austausch.
Im Treffbetrieb lag der Fokus auf der Arbeit mit den fünften und sechsten Klassen. Bei durchschnittlich knapp 20 Kindern pro Öffnungstag im Kids-Treff wareine bedürfnisorientierte Betreuung und grosse Präsenz des Teams erforderlich. Ziel sind langfristige, positive Beziehungen zu schaffen, die dann auch im Oberstufenalter helfen, die hohen Anforderungen dieser Lebensphase mitzutragen.
Insgesamt blickt der Kids-Treff auf ein abwechslungsreiches, lebendiges und erfolgreiches Jahr zurück. Neu fanden Pausenhofaktionen an den Primarschulen im Rorschacherberg statt um die Zugänglichkeit zu erhöhen. Dreimal jährlich besuchen die Jugendarbeitenden die Pausenplätze im Klosterguet und im Wildenstein. Dieses niederschwellige Angebot stärkt die Beziehung zu den Kindern bereits im Schulalltag und wird sehr gut angenommen. Ein Highlight im Treff war das dreiwöchige Kunstprojekt mit einem professionellen Graffiti-Sprayer. Die Kinder setzten sich mit der Geschichte des Graffitis auseinander, lernten verschiedene Spraytechniken kennen, entwickelten eigene Entwürfe und gestalteten schliesslich farbenfrohe Leinwände, die nun die Räume des Kids-Treffs schmücken.
Der grosse Zulauf zeigte auch Grenzen auf: Die steigende Zahl an Kindern führte dazu, dass die Räumlichkeiten nicht alle Besucher aufnehmen konnten und der Zugang zeitweise limitiert werden musste. Diese Herausforderung wird uns auch im kommenden Jahr begleiten. Der Jugendtreff Block94 für Jugendliche ab der ersten Oberstufe verzeichnete 1’950 Besuche. Der Kids-Treff für die fünften und sechsten Klassen wurde 600-mal besucht. Während der Wintermonate stand erneut die offene Turnhalle zur Verfügung, die 120-mal genutzt wurde. Zudem wurden während der Schulferien verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche organisiert. Am Tanzangebot roundabout nahmen regelmässig 20 Mädchen teil. Die Mädchen wurden von der Praktikantin Valery Cavelti sehr engagiert betreut. Der Jahreswechsel bringt auch hier einen Abschluss und Neubeginn: wir verabschieden Valery Cavelti mit vielem Dank. Begrüsst im Team der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der FJFS wird im Januar 2026 Helen Stuck als neue Praktikantin.