Mit dem Projekt Oberstufe 2035 beginnt an der Oberstufe Rorschach ein Entwicklungsprozess, der genau hier ansetzt. Nicht mit einem fixen Bauplan und nicht mit einem fertigen pädagogischen Konzept, sondern mit der bewussten Entscheidung, Schule weiterzudenken. Ausgehend von steigenden Zahlen bei den Schülerinnen und Schülern und der Perspektive eines neuen Oberstufenzentrums im Kreuzacker stellt sich eine grundlegende Frage: «Wie wollen wir Lernen künftig ermöglichen?»
Unsere Welt verändert sich rasant. Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz sind längst Teil des Alltags junger Menschen. Schule kann und soll sich dem nicht entziehen. Gleichzeitig wissen wir, dass Bildung mehr ist als Technik. Lesen, Schreiben, Denken, Gestalten, sich bewegen, Musik machen, miteinander ringen und lachen, all das bleibt zentral. Schule ist kein Ort der reinen Effizienz. Sie ist ein Ort der Beziehung, der Entwicklung und des Wachsens.
Im Sommer 2025 wurde das Projekt offiziell gestartet. Die Lehrpersonen wurden von Beginn an einbezogen, nicht als Ausführende, sondern als Mitdenkende. In einem sogenannten Fragejahr nehmen wir uns bewusst Zeit, um Gewohntes zu hinterfragen. Was braucht Schule heute wirklich? Was dient dem Lernen? Und wo dürfen wir mutig neue Wege ausprobieren?
Dabei orientieren wir uns auch an bildungswissenschaftlichen Erkenntnissen, die zeigen, wie stark gute Beziehungen, klares Feedback und tragfähige Lernsettings wirken. Doch im Kern geht es um etwas sehr Menschliches. Junge Menschen ernst zu nehmen und ihnen Räume zu eröffnen, in denen sie Verantwortung für ihr Lernen übernehmen können. Begleitet wird dieser Prozess durch den externen Berater Matthias Vogel-Engeli, der mit seinem Blick von aussen hilft, Gedanken zu schärfen und Perspektiven zu öffnen. Oberstufe 2035 ist kein abgeschlossenes Projekt. Es ist ein gemeinsamer Weg. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Einladung dieses Projekts. Nicht zu wissen, wie Schule morgen aussieht, aber bereit zu sein, sie gemeinsam zu gestalten.