Die Stadtgärtnerei hat im Berichtsjahr ihre Arbeitsabläufe und Angebote weiter optimiert, um einerseits Kosten zu sparen und andererseits die notwendigen Kapazitäten für die wachsenden Aufgaben in der Grünpflege zu schaffen. So verzichtet sie in Zukunft auf die Produktion von Wechselflorbepflanzungen und vermeidet so Investitionen in die veralteten Gewächshäuser. Weiter entlastet der erneuerte Maschinenpark die Mitarbeitenden und ermöglicht, Drittaufträge zu reduzieren.
Organigramm Stadtgärtnerei

| Das Jahr 2023 in Zahlen | |
|---|---|
| Einsatzstunden Grossflächenmäher | 982 |
| zahlende Kunden Bluemehüsli | 8’941 |
| Gepflanzte Hochstammbäume | 93 |
| produzierte Topf- und Schnittblumen | ca.105’000 |
|
Bestattungen |
112 10 |
| abgeführtes, kompostierbares Grünmaterial | 191,3 Tonnen |
| eingesetzter Rasendünger in den Anlagen | 4’385 kg |
| unterhaltene Vogelnistkästen – davon bewohnt |
76 42 |
| wiesenmähende Schafe auf dem Friedhof | 6 glückliche Schwarznasenschafte |
Der Blumenladen ist sehr gut ausgelastet und profitiert von diversen Daueraufträgen von Veranstaltern, Firmen und Einrichtungen, die ihre Dekorationen und Sträusse im Bluemehüsli Rorschach beziehen. Trauerschmuck ist das zweite Standbein der Floristik. Dieser Einnahmezweig zeigt sich stabil. Der Verkauf von Friedhof- und Gartenbedarf macht einen geringeren Teil des Umsatzes aus. Die nahe gelegene Landi ist hier eine starke Konkurrenz. Grundsätzlich sind die Umsatzzahlen des Bluemehüsli positiv und stabil.
Um den zunehmen Überstunden der Mitarbeitenden entgegenzuwirken, wurden ab Juni angepasste Öffnungszeiten eingeführt. An Montagen bleibt der Verkaufsladen geschlossen. Zusätzlich hat das Bluemehüsli neu in der ersten Augustwoche und in der ersten Januarwoche Betriebsferien. Die Kunden haben die Anpassungen gut aufgenommen. Bei den Mitarbeitgenden ergab sich die gewünschte Entlastung.
Im Sommer begann mit Colin Leutenegger ein neuer Lehrling die Ausbildung zum Florist EFZ. Leonie Walt besetzt das zweite Lehrjahr. Beide haben sich gut ins Team integriert und machen einen tollen Job.
Auch im Jahr 2023 wurden im Bluemehüsli wieder diverse Anlässe durchgeführt. Im Frühjahr eröffnet der Gärtnermarkt die Gartensaison. Die Zwiebelwochen im September bieten eine grosse Auswahl an Geophyten. Die Adventsausstellung ist jedes Jahr ein Höhepunkt und zeigt die grosse Qualität unserer Floristik auf.
Die Menge der Pflanzenanzucht wurde im Vergleich zum Vorjahr weiter optimiert. Durch gezielte Sortenwahl konnte der Aufwand bei der Produktion entsprechend verringert werden. Die produzierten Pflanzen fanden Verwendung für Grabschmuck, für die öffentlichen Anlagen, für den Verkauf sowie für die Binderei im Blumenladen. Zugekauft wurden Baumschulartikel, Blumenzwiebeln, Schnittblumen, blühende Topfpflanzen, Sämereien und Bedarfsartikel.
Den Privatkunden bot die Gärtnerei wiederum einen Pflanzenüberwinterungs- und Hydropflanzenservice an. Die Kundenzahl ist stabil.
Ab Sommer 2024 stellt die Gärtnerei die Produktion von Wechselflorbepflanzung auf Gehölze und Stauden um. Damit lassen sich Investitionen in die veralteten Gewächshäuser vermeiden und der Verbrauch von Öl und Gas wird erheblich reduziert. Die Möglichkeit der Pflanzenüberwinterungen wird deshalb ab kommendem Winter nicht mehr angeboten.
Die Stadtgärtnerei wird zukünftig einheimische Gehölze und Stauden produzieren. Diese Kulturen können in ungeheizten Gewächshäusern oder auf Freiflächen erfolgen. Die produzierten Pflanzen werden in den städtischen Anlagen bei diversen ökologischen Aufwertungen verwendet. Die Kostenstruktur der Stadtgärtnerei kann so weiter optimiert werden.
Im Auftrag des Bereichs Bau und Stadtentwicklung konnte die Gärtnerei im vergangenen Jahr diverse Planungen und Projekte ausführen. Unter anderem hob «Grünes Gallustal» die Grünaufwertung an der Signalstrasse und beim Einlenker Löwengarten als Vorzeigeprojekte hervor.
Bei den Schulanlagen starteten die Grünraumaufwertung beim Schulhaus Kreuzacker, Mühletobel und Schönbrunn. Für die in den nächsten Monaten abgeschlossenen Projekte erhalten wir viele positive Rückmeldungen.
Die Stadtgärtnerei konnte die Pflege und die Qualität der städtischen Grünanlagen weiter ausbauen. Mit verbesserten Arbeitsabläufen und erneuertem Maschinenpark führt sie die Arbeiten immer effizienter aus. Weitere Unterhaltsaufträge erledigte sie für die Technischen Betriebe sowie für die Würth AG.
Die Erneuerung des städtischen Mobiliars wurde auch 2023 fortgesetzt. Neue Parkbänke und Abfallstationen zieren vermehrt das Stadtbild und sorgen für verbesserten Unterhalt und einen zeitgemässen Auftritt. Die Massnahmen verringern den Reinigungsaufwand, was den Mitarbeitenden mehr Kapazität für die Pflege und Aufwertung der Grünanlagen verschafft.
Ein besonderes Augenmerk legte die Stadtgärtnerei zunehmend auf die Pflege der Stadtbäume. Die Klimaveränderung hat auf die Vitalität der Bäume einen grossen Einfluss. 2023 wurden entlang der Seeanlage alle grossen Bäume begutachtet und entsprechende Massnahmen ausgeführt. Die Kontrollen deckten auf, dass die Säulenpappeln im Seepark nicht mehr genügend standfest sind, gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt werden mussten.
Für die Zukunftsentwicklung des Zentralfriedhofs Rorschach-Rorschacherberg führten die Gemeinden 2023 einen Ideenstudien-Wettbewerb mit verschiedenen Landschaftsarchitekturbüros durch. Die Pauli Stricker GmbH aus St. Gallen konnte mit ihrem Vorschlag überzeugen und wird die Planung in Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei ab 2024 vertiefen.
Der Trend der Bestattungen in Gemeinschaftsgräbern hält an. Klassische Erdgräber, insbesondere mit Sarg, sind nur noch vereinzelt gefragt. In der Planung wird dies berücksichtigt und baulich umgesetzt.
Den Unterhalt der Gräber und der Parkanlage konnte die Stadtgärtnerei durch verbesserte Arbeitsabläufe und neu eingestelltem sowie gut ausgebildetem Personal steigern. Malerarbeiten und der schrittweise Ersatz der Beleuchtungen lassen die Friedhofgebäude in neuem Glanz erstrahlen.
Durch den Erwerb eines Raupenbaggers kann die Stadtgärtnerei Erd- und Grabarbeiten neu selbst ausführen und muss nicht mehr Drittfirmen beauftragen. Die Steigerung der Flexibilität und die Kosteneinsparungen sind erheblich.